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Jochen Zierau

Jochen Zierau,  geboren 1934, Familienrichter in Köln, schreibt verdichtete Kurztexte, die teils zeitkritisch, teils vom lyrischen Ich geprägt sind. Lyrikbände: „Zögern diesseits des Flusses“, „Luftwurzeln“. Zuletzt „Lob des Hinkens“, Wolkenstein Verlag Köln 1996. Zusammen mit F. Döring Libretto des „Spellbähn“-Singspiels „Das zweite Gesicht“, 1999. Roman: „Vier Ehen und ein Todesfall“, Dittrich-Verlag, Köln 2001.



Flaschenpost

Eine Flasche bin ich
treibe stumm
im trüben Meer
von Gewäsch herum.
Eine Flasche geköpft
seit langem leer
Korken verkröpft
meinen Hals verquer.
In meinem Bauch
was schwarz auf weiß
zu deinem Gebrauch
nur dümpelts im Kreis.
Wolltest nicht lesen
Lied wird verwesen
schon gelb an den Rändern.
Nichts sonst darin
dass ich so flaschig bin
kann ich denn was daran ändern?





You are so...

Ich sah dein Haar sich schmiegen,
da wollt ich bei dir liegen.
Ich lechze wie Catull
nach Lesbia schrie:
You are so beautiful
to me.
Sah deine Brüste schimmern
da wollt ich mich drum kümmern.
Und niemals blieb ich cool
bei dir Chérie:
You are so beautiful
to me.
Sah deine Arme leuchten,
die mich die schönsten deuchten
und taste somnambul
nach deinem Knie:
You are so beautiful
to me.
Sah deine Augen lachen,
da trieb ich wie im Nachen.
Es macht dass ich so buhl
deine Magie.
You are so beautiful
to me.